1Welche Datentypen kann ich analysieren?
Charlie arbeitet auf Basis einer Expressionsmatrix: einer Tabelle, in der die Gene in Zeilen und Ihre Proben in Spalten stehen. Zwei große Datenfamilien werden durchgängig unterstützt — DNA-Microarrays (microarray), deren Werte bereits in logarithmischer Skala vorliegen, und bereits normalisiertes RNA-seq (in CPM, TPM oder FPKM).
Sie können auch Rohzählungen (raw counts) aus RNA-seq laden. Charlie akzeptiert sie und bereitet sie korrekt für die Exploration auf (Hauptkomponentenanalyse, Heatmaps, Clusterbildung). Die differentielle Expressionsanalyse auf Rohzählungen bleibt hingegen explorativ: die statistische Referenzmethode für diesen Fall — ein negativ-binomiales Modell wie DESeq2 — befindet sich in Entwicklung. Charlie weist Sie darauf hin, bevor die Analyse gestartet wird.
Die folgende Tabelle liest sich Zeile für Zeile: der Dateityp, den Sie zur Hand haben, die Skala seiner Werte, die Verarbeitung, die Charlie automatisch darauf anwendet, und die Analysen, die Ihnen dann offenstehen.
| Ihre Daten | Skala der Werte | Was Charlie anwendet | Was Sie tun können |
|---|---|---|---|
| DNA-Microarray (microarray) | log2 | nichts: die Werte sind bereits fertig | Exploration und differentielle Expressionsanalyse (limma standardmäßig, Welch wahlweise) |
| Normalisiertes RNA-seq (CPM, TPM, FPKM) | linear oder log | Umwandlung in log2, falls die Werte linear sind | Exploration und differentielle Expressionsanalyse (limma standardmäßig, Welch wahlweise) |
| RNA-seq als Rohzählungen | linear | korrigiert die Sequenziertiefe (CPM), dann Umwandlung in log2 | Zuverlässige Exploration; differentielle Expressionsanalyse explorativ (DESeq2 bald) |
| Sequenzierdateien (FASTQ) | — | — | Nicht unterstützt |
All diese Daten messen dasselbe — die Genexpression, das heißt die RNA. Microarray und RNA-seq unterscheiden sich nur in der Art, sie zu messen. Der Hinweis „bereits normalisiert“ bezieht sich auf die Korrektur der Sequenziertiefe, die für das RNA-seq spezifisch ist: eine stärker sequenzierte Probe liefert überall höhere Werte, ohne dass ein Gen tatsächlich stärker exprimiert wäre, und CPM, TPM oder FPKM korrigieren diese rein technische Verzerrung. Da ein Microarray nicht sequenziert, betrifft dieser Begriff es nicht.
Ein letztes Wort zum Begriff „roh“, der zwei sehr unterschiedliche Realitäten umfasst. Rohzählungen sind bereits eine Tabelle aus Genen und Proben, nur noch nicht um die Sequenziertiefe korrigiert: Charlie akzeptiert sie. Sequenzierdateien (FASTQ) sind etwas ganz anderes — die Reads, die aus dem Sequenzierer kommen, weit vor jeder Tabelle. Charlie verarbeitet sie nicht: es geht stets von einer bereits vorliegenden Expressionsmatrix aus.